2008- Sacred Landscapes


Dozenten > PROF. LINN SONG
02.06.2008


Ab 09.06. im E-BAU, 1.OG sind Arbeiten der Exkursionsgruppe ausgestellt.


Media-Reise 03: Sacred Landscapes

Der Kontext ist genau so wichtig wie das Objekt, der Weg dahin genau so wichtig wie das Ziel.
17.05. – 24.05.2008

Landschaft ist nicht Natur oder Wildnis, sondern konstruierter und kultivierter Raum. Sie
ist eine Symbiose von Mensch/Natur, Hart/Weich, Innen/Außen, Gebaut/Ungebaut, Fülle/Leere, Scharf/Unscharf, Sichtbar/Unsichtbar.

Die Landschaft ist ein Zeitzeuge, Gewisserweise ein Opfer menschlicher Gewalt und auf jeden Fall eine Protagonistin im Prozess des „Geschichtenschreibens". Sie ist ein eine umwandelndes Wesen, das ein Rahmen/Gerüst für neue Geschichten dient, das durch die Geschichten verändert wird und diese Geschichten auch für die Ewigkeit aufnimmt. Die ist gleichzeitig eine Bibliothek der Enthüllung und der Verborgenheit. Zum Beispiel ein Trampelpfad durch die Wiese stellt eine lineare Geschichte deutlich dar, dass Menschen den Weg immer wieder eingeschlagen und die Wege sich gekreuzt haben. Gleichzeitig bleiben die einzelne Geschichten dieser Menschen doch verborgen, nicht linear...nur „erahnbar".

Die drei sakrale Bauten Le Corbusiers (Couvent de La Tourette, Eglise St. Pierre, Chapel Notre Dame du Haut), die in Ihrer Landschaft eingebettet / vereint sind, waren für die Gruppe der 7 Studenten/innen Dora Fidlerová, Sarah Kanka, Michael Mai, Magdalena Michalow, Jan Rancke, Katharina Schmid und Christiane Weiss sowie Prof. Linn Song der Ausgangpunkt für das freie Arbeiten mit dem Thema „Landschaft und Geschichten". Ein Auszug aus Matthew Potteiger’s Landscape Narratives diente als Anhaltspunkt und erzählte wie wir Landschaft und deren Geschichten lesen und interpretieren können und wie sie gleichzeitig in unseren persönlichen Geschichten durch die Erlebnissen, die wir in den „Landschaften" erfahren, eingebettet wird.

Das Arbeitmedium war frei wählbar und die Vielfalt im Ansatz und Medium reichen von der Auseinandersetzung mit Geschwindigkeit, Licht, Raum, Farbe und Rhythmus in La Tourette durch Schnitte und Diagrammen eines Wegs durch das Kloster; Interpretationen von Architektur und Landschaft durch Druck-/Kollagentechnik; abstrakten Analysen der Orte durch Acryl-Malerei; Farb-, Architektur-, Geschichten- und Material-„Landschaftsstudien" durch verschiedenen Fototechniken bis hin zur Auseinandersetzung mit der lokalen Pflanzenwelt durch Farb- und SW-Kompositionen in Grafit und Tinte.

Die daraus resultierende Arbeiten stellen ebenfalls eine Geschichte dar: für Sie den Betrachter ist sie ein Einblick in den Schaffungs- / Denkprozess und in die Auseinandersetzung der/s Autorin/s mit dem Thema „Landschaft und Geschichten". Für die Autorinnen/en dokumentiert sie in ungewöhnlicher Weise ihre „eigene" 8-tägige Reise in einer anderen, geschichtsträchtigen Welt.

München und Rosenheim, den 28.05.2008
Prof. L. Song

 
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