Projekt Multiple Choice Sommersemester 2017

Projekt im 6. Semester
Dozenten > PROF. HERMANN KROSE
24.05.2018


An einem milden Februartag dieses Jahres schlenderten wir durch Wien,

vorbei an Naschmarkt und Secession. In einer kleinen typischen Buchhandlung

entdeckten wir ein Buch mit dem Titel „Elefant" und der

Zeichnung eines rosafarbenen kleinen Elefanten. Im Roman von Martin

Suter versteckte sich das Thema für unser Projekt.

„Es war Juni 2016, die Zweige der Büsche vor dem Höhleneingang hüpften

unter schweren Regentropfen, und dahinter konnte Schoch in der Morgendämmerung

den grauen Regenvorhang ausmachen, dessen gleichmäßiges

Rauschen hineindrang. Es war ungewöhnlich kalt für den Juni.

Schoch schälte sich aus dem Schlafsack, richtete sich auf, soweit es die

niedrige Schlafstelle zuließ und packte sein Bett zu einer harten Rolle zusammen".

Mit dieser ergreifenden Story aus der Stadt Zürich war mir klar, dass es

spannend für die Innenarchitekturstudierenden sein wird, sich mit dem

hochbrisanten Thema „Unterkünfte für Menschen in Not" auseinander zu

setzen. International gibt es bereits viele Projekte, die sich der wachsenden

Obdachlosigkeit widmen.

Seit 2015, dem Beginn der massiven Flüchtlingszuwanderung nach Deutschland,

änderte sich auch die Situation für wohnungslose Menschen in

Großstädten. In Deutschland sind von Obdachlosigkeit 350.000 Menschen

betroffen und jedes 4. Kind lebt in Armut. Es gibt nicht genügend Wohnungen

und Schlafplätze, weder in Köln, noch in Hamburg oder München.

Auch Job-Nomaden und Studierende sind von der wachsenden Wohnungsknappheit

betroffen und können sich die überteuerten Wohnungen

mit bis zu 16 € pro Quadratmeter in den deutschen Metropolen nicht

mehr leisten. Auch für sie gilt es, einfache und mobile Unterbringungen

zu kreieren. 8 Projektbeiträge sind in den vergangenen Monaten entstanden.

Wir haben in den ersten Wochen eifrig Informationen und Material zusammengetragen

und luden drei verschiedene Referenten aus Rosenheim

ein, um auch die Situation in Oberbayern abzuklopfen. Natürlich ist es

hier nicht so dramatisch wie in München, gleichfalls tritt das Problem

auf. Die Diakonie, Referat für Obdachlosigkeit (Wohnungsnotfallhilfe) wie auch die

„Soziale Stadt Rosenheim", Sachgebiet Wohnungswesen, schilderten sehr anschaulich

die Situation.

 
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Multiple_Choice_Projekt_inn6_SoSe2017.pdf