2009- MIXstudio: Designing Class

Das Programm 2009 - 2011
Dozenten > PROF. LINN SONG
30.03.2009


* Spaces and Objects of Luxury
* Spaces and Objects of Business
* Spaces and Objects of Leisure
* Spaces and Objects of Economy/Necessity
* Spaces and "Objects" of Invisibility

"Designing Class" ist ein zweideutiger Begriff. "Designing Class" bedeutet etwas erstklassiges oder hochwertiges zu gestalten. "Designing Class" ist auch eine Anspielung auf die Wiedersprüche "in uns" und in der Politik (kulturelle, finanzielle, usw.), die die "Classes" (Klassengesellschaft) unterstützt oder gar "gestaltet". Und schließlich kann sich "Designing Class" auf uns beziehen. Wir sind "the Designing Class"; wir sind Menschen, die die Talente, den Willen, die Leidenschaft, und die Pflicht haben, unsere Umwelt aktiv und verantwortungsvoll zu gestalten.

In den kommenden zwei Jahren werden wir uns im MIXstudio in Form von Wahlpflichtseminare, Workshops, Vorträge/Foren sowie Service-Learning-Projects mit dem Thema "Designing Class" in alle seinen Bedeutungen ausführlich auseinandersetzen wobei wir uns insbesondere den "Spaces and 'Objects' of Invisibility" widmen werden ("Invisible"/Unsichtbar ist in diesem Zusammenhang ein politischer Begriff nach dem Motto "nicht sehen, was wir nicht sehen wollen" - als Hintergrund, siehe: The Practices of Everyday Life, Vol 2 von Michel de Certeau, Geographies of Exclusion von David Sibley oder Space, Place and Gender von Doreen Massey).

Abgesehen von den wichtigen sozialen Aspekten des Vorhabens ist der fachliche Ansatz, dass wir als Gestalter/innen sehr oft von den Extremen lernen können, ebenso von Bedeutung. Deshalb ist die Absicht im Rahmen von Seminare, Vorträge und Workshops eine ganze bandbreite von Design und damit verbundenen klassengesellschaftlichen Themen unter die Lupe zu nehmen – vom Luxus-Schmuck zur Tätowierung und Central-Park-Penthouse zum Wohnhaus von dem Rural-Studio (Alabama, USA).

Wenn wir z.B., das Thema Mobilität als Beispiel nehmen:

Mobilität ist Kern der neuen Wirtschaft der westlichen Gesellschaften (Reisen, Tourismus, Unterhaltung); eine Gesellschaft, die immer weniger von Herstellung und Produktion (Industrie-Gesellschaft) abhängig ist, sondern durch den Dienst und den Export "des Wissens"/Know-How immer unabhängiger (z.B., vom Ort) wird. Die Unabhängigkeit hat mit sich "Belohnungen" von Zeit und Geld gebracht, die eine Situation herbei  geschaffen haben, in der die Selbstverwirklichung und der Konsum zwei der Hauptaspekte der gesellschaftlichen Interaktion geworden sind. Das hat zu einem Punkt geführt, wo die Technologie der Beweglichkeit ein Fetisch geworden ist (immer und überall, entweder physisch oder virtuell anwesend sein) und diejenigen, die es sich leisten können, sind an der vordersten Front der aufregenden technologischen Entwicklung, die Reisen und Beweglichkeit eine Selbstverständlichkeit machen.

Aber Mobilität schließt auch andere Seiten wie Diaspora ein - die Bewegung von Leuten "vertrieben" und auf der Suche nach einem besseren Leben, Sicherheit/Schutz, und ironischerweise nach der Möglichkeit Wurzeln zu schlagen. Diaspora und die Probleme der Mobilität in Kulturen, die aus westlicher Sicht noch nicht „hoch-entwickelt" angesehen werden, bieten jedoch einige der aufschlussreichsten und kreativsten Lösungen zur Mobilität an; gerade wegen der Abwesenheit von Hochtechnologie.

Wir als Gestalter/innen können von diesen Extremen lernen. Ob es die Lösungen sind, die sich mit Hilfe Technologien entwickeln lassen, wo der Himmel die Grenze ist, oder die Poetik und der Einfallsreichtum des Menschenverstandes ist, die innerhalb der strengsten von Grenzen Ideen schaffen; es sind häufig diejenigen auf der „Franse", die eine Generation oder ganze Gesellschaft transformieren.

Die verschiedenen Veranstaltungen und Recherchen führen zu der Kulmination; einem Service-Learning-Project, welches mit und für eine bedürftige Gruppe in der Gemeinde durchgeführt (gebaut) werden soll. Die Ziele eines Service-Learning-Projects sind das soziales Engagement und die soziale Verantwortung des Einzelnen zu fördern, sowie dessen Teamfähigkeit in Verbindung mit dem fachbezogenen Wissen/Lernen zu stärken. Die integrierte und „erfahrbare" Bildung soll das nachhaltige Lernen und Selbstreflexion unterstützen.

"Designing Class" ist das Auftakt-Programm des MIXstudios und wir hoffen, dass es bei Ihnen, den Studierenden, Anklang findet, und dass Sie sich dazu bewegt fühlen was in den kommenden Semester beizutragen.


WS2009/2010:
Projekt i7: BhAUsM für die Stadt München (Gartenbauamt, Baureferat)
WPF: Designing Class (mit Video-/Filmschnitt)
MIXmediareise 06: Designing Class (USA: Miami, FL & Newbern, AL)

SS2010:
Service-Learning-Project: fIXitup: Pimp My Bauwagen
WPF: Stop-Motion-Film mit dem Multikulturellen Jugendzentrum München Westend
WPF: Orchester ohne Augen
MIXmediareise 07: Trip the Light Fantastic
Bachelorarbeit: Endangered Spacies: MAXIM-Kino München
Bachelorarbeit: Blatt(en)bau (Fortsetzung bHauSm)





Bild: Rebecca Schmidhuber, Projekt i7 bHauSm (WS2009/2010)