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BACHELOR THESIS gestellte Themen
Dozenten > PROF. DENISE DIH
23.10.2014


GOI-KOMPLEX

Der Multimedia-Künstler Peter Goitowski ist Initiator einer Projektidee, die für 3-5 Künstler einen temporären Ort zum Leben und Arbeiten vorsieht. Es besteht ein Pachtvertrag über 10 Jahre für ein reales Grundstück in Berlin Prenzlauer Berg. Neben individuellen Ateliers und privaten Wohneinheiten sind Kommunikations- und Gemeinschaftsflächen zu entwickeln, die Raum für unterschiedlichste Veranstaltungen und Aktivitäten schaffen. Die Künstler, die dort für einen begrenzten Zeitraum leben, sind in einem Portrait zu beschreiben, ob frei erfunden oder nach lebendem Vorbild und die speziellen Befürfnisse und Anforderungen der Künstler bzw. ihrer Arbeitsweise innerhalb des Entwurfs darzustellen.

Die städtebauliche Disposition ist definiert, indem eine vertikale Bebauung vor einer benachbarten Brandwand zugunsten einer offenen Freifläche vorgegeben wird. Auf dem Grundstück befindet sich ein Fachwerkhaus, das als Schmiede genutzt wurde. Dieses Bestandsgebäude ist als Herzstück in das Gesamtkonzept einzubinden und eine ergänzende Nutzung zu erfinden. Der Freiraum ist als wichtiger Bestandteil des Projekts zu gestalten, insbesondere unter Berücksichtigung der Belichtungssituation und der synergetischen Anbindung an das nördliche Grundstück, auf dem sich eine Tankstelle aus den 50er Jahren befindet, die bereits für künstlerische Aktivitäten genutzt wird.

Temporäre Architektur bzw. Zwischennutzung ist Thema der Aufgabe. Der Umgang mit einer temporären Intervention erfordert einen konzeptionellen Ansatz. Ist die Lebensdauer der Architektur auf 10 Jahre begrenzt oder wird die Architektur demontiert und an anderer Stelle (ebenfalls temporär) wieder errichtet? In beiden Lösungsansätzen sind entsprechende Konstruktionen und Materialien zu verwenden.

Die Auseinandersetzung mit dem Gesamtkunstwerk des Künstlers GOI ist Bestandteil der Aufgabe. Der Künstler hat ein komplexes Universum für verschiedene Protagonisten geschaffen, die in seinem sog. GOI – Komplex in separaten Welten nebeneinander existieren. Der Zitronenmann, der Schrumpfgoi, der Eggman - um nur einige zu nennen. In welcher Form, konzeptionell oder real, der GOI – Komplex in den Entwurf einfließt, ist zu erarbeiten. 


LOK-DOK

Der ehemalige Lokschuppen befindet sich auf dem Gelände des alten Ostbahnhofs in Berlin Friedrichshain in unmittelbarer Nähe zum legendären Technoclub Berghain, der 2004 aus dem Ostgut hervorgegangen ist. Aufgrund der Bauarbeiten zur O2 World musste das Ostgut abgerissen werden, das im ehemaligen Heizkraftwerk eine neue Heimat fand; im Stil des Sozialistischen Neoklassizismus errichtet, wurde es für die neue Nutzung größtenteils entkernt.

Die ungenutzten Gleisanlagen wurden 2005 demontiert, dadurch entstanden große innerstädtische Freiflächen, die zum Teil bereits als Gewerbeflächen genutzt werden. In Zukunft soll hier ein Bürgerpark entstehen. Angrenzend an diese Freifläche sind unterschiedlichste Nutzer angesiedelt, deren heterogene Interessen zu einem Geflecht an Funktionen führen könnten. In diesem Interessenkonflikt liegt ein Potential, das im Rahmen der Bachelorarbeit genutzt werden soll.

Der Lokschuppen besteht aus einer Stahlfachwerkkonstruktion. Der zweigeschossige Hauptraum ist auf 4 Stahlrahmen aufgeständert, deren Ausfachungen provisorisch geschlossen sind. Durch das Öffnen der Erdgeschosszone entsteht ein transparenter Raum, der einen fließenden Übergang zwischen Innen und Außen formuliert. Hier soll eine Bar einen Ort definieren, der eine Schlüsselfunktion einnimmt und als Teil der Außenraumkonzeption verstanden wird. Ein Restaurant wird darüber, mit Blick über die Freiflächen angeordnet. Ergänzend zur Abend- bzw. Nachtnutzung des Lok Dock soll eine Tagesnutzung erfunden werden. Dafür müssen die angrenzenden Nutzerstrukturen analysiert werden. Vorbild ist eine Bürgerbeteiligung zur Bauleitplanung. Nach einem Vorschlag von Schülern des Dathe-Gymnasiums wurde ein Sportplatz auf dem Dach des Metro-Marktes eingerichtet.